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Bericht
Acht Gipfel in zwei Tagen vom 17.08.2018 bis 19.08.2018



Acht Gipfel sind es leider nicht geworden, da uns das Wetter zweimal einen Strich durch die Rechnung machte, aber am Ende des Experiments stehen trotzdem stolze fünf Gipfel, 50 Kilometer und knapp über 4.000 Höhenmeter in 22 Stunden zu Buche, doch der Reihe nach. Am Freitag trafen wir uns um 15:30 Uhr in Burgoberbach und fuhren in bester Stimmung und Vorfreude mit Norberts VW-Bus nach Schröcken. Dort wurden wir gastfreundlich aufgenommen und hatten schon beim gemeinsamen Nudelkochen, Spaghettiessen und Rotling trinken viel Spaß. Um 22:00 Uhr waren alle im Bett und verbrachten eine geruhsame Nacht. Als um 5 der Wecker klingelte sprangen alle motiviert aus den Schlafsäcken und saßen um 5:20 Uhr beim stillen Frühstück. Planmäßig starteten wir um 6:00 Uhr über Wald nach Landsteg, zum tiefsten Punkt (1.092 m) unserer Tour. Bereits um 8:38 Uhr hatten wir die ersten 10 Km und 850 Höhenmeter an der Biberacher Hütte (1.846 m) hinter uns. Nach einer kurzen Stärkung ging es an den ersten Gipfel, die Hochkünzelspitze (2.397 m), die wir kurz nach 10 Uhr erklommen hatten. Nach dem ersten Gipfelselfie, ausgiebiger Fernsicht und lockeren Sprüchen ging es hinab zum Schadonapass, wo wir die Wasservorräte auffüllten und dann die Hütte links liegen ließen. Jetzt galt es den besten Einstieg zum Rothorn (2.239 m) zu finden, was uns nicht recht gelang, so dass wir uns den "weglosen" und bis 70 Grad steilen Grasberg hinaufkämpften. 450 Höhenmeter die sowohl im Aufstieg als auch im Abstieg alles abverlangten. Um 13:30 Uhr war dieser selten begangene Gipfel bezwungen und es ging weiter Richtung Fürgele (2.145 m), das wir um 15:45 Uhr erreichten. Von hier ging es hinauf zum Hochberg (2.324 m). Leider hatte sich der Himmel inzwischen zugezogen und deutliche Regen- und Gewitterwolken zogen auf. Deshalb die Entscheidung nicht die ausgesetzten 500 hm Weg auf die Braunarlspitze (2.649 m) zu gehen und dort Regen und Gewitter ausgeliefert zu sein. Statt dessen erfolgte der Abstieg zur Hochalpgletscheralpe (1.800 m) und der geschütztere Aufstieg über Jägersteig hinauf zum Butzensee (2.124 m). Im Jägersteig erwischte uns dann der Regen voll und auch das Gewitter grollte bedrohlich, da wir uns mitten in einer Wasserrinne mit Stahlseil befanden. Wir fanden Schutz unter einem Felsvorsprung und machten uns bei "Nieselregen" an den weiteren Aufstieg. Am Butzensee angekommen war an ein Biwak am See nicht zu denken, da es weiter in Strömen regnete. Doch unser Plan B war es, bis zum Mohnenfluhsattel (2.315 m) weiter aufzusteigen und dann in der Bergstation des Steinmähdersessellifts (2.309 m) zu biwakieren. Dies stellte sich als wahrer Glücksgriff heraus, da wir einen riesigen, trockenen und windgeschützten Platz mit "Teppichböden und Gummimatten" vorfanden - wahrer Luxus! Allerdings war damit die Braunarlspitze nicht mehr zu realisieren, da dies 5 zusätzliche Stunden bedeutet hätte. Nach dem Wechsel in trockene und warme Kleidung wurde eine improvisierte Wäscheleine gespannt, der Gaskocher und die Verpflegung herausgeholt und mit Tütensuppe, Nudeln, Tee, Brotzeit und einer Flasche Wein königlich aufgetafelt - es braucht nur wenig für 7 glückliche Bergsteiger nach 32 km und 3.000 Höhenmetern in 14 Stunden. Um 21:30 Uhr lagen alle bei inzwischen wieder sternenklaren Himmel in den Schlafsäcken und schlummerten müde und zufrieden ein. Am nächsten morgen bereitete uns der Himmel ab 5:00 Uhr ein gigantisches Sonnenaufgangsspektakel in allen Rottönen, einfach gigantisch. Mit der aufgehenden Sonne krochen alle aus Schlaf- und Biwaksäcken und als der Kaffee auf dem Gaskocher dampfte war die Stimmung schon ausgelassen fröhlich. Nach dem Frühstück beseitigten wir alle Spuren unseres Nachtlagers und machten uns um 7:45 Uhr an den Aufstieg auf den Mohnenfluh (2.544 m), den wir zu dieser frühen Zeit nicht als die Ersten erreichten, da ein Paar mit Stirnlampen bereits vor Sonnenaufgang dort war. Der Abstieg erfolgte über den Mohnenfluhsattel Richtung Gaisbühlalpe. Dort richteten wir ein Lager für unsere Rucksäcke ein, was sich später als Fehler herausstellen sollte. Mit leichtem Gepäck machten wir uns nun an den erneut weitestgehend weglosen Aufstieg auf die Juppenspitze (2.412 m), die wir nach 400 hm durch Grashänge und Blockgelände um 10:30 Uhr erreichten. Dort genossen wir ausgiebig die Rundsicht und lernten gleich noch einen Trailrunner kennen, der unsere Gesamttour vor zwei Jahren in 12 Stunden !!! absolviert hatte. Nach dem Abstieg dann die böse Überraschung, einige Jungkühe hatten sich an unseren Rucksäcken zu schaffen gemacht und Isomatten und Jacken ordentlich durchgekaut, was zu Wünschen nach frischem Rindersteak führte. Doch auch dieser Zwischenfall führte eher zu weiterer Ausgelassenheit den Verdruß. Jetzt ging es hinab Richtung Auenfeldsattel und Auenfeldalpe. Da sich in der Zwischenzeit wieder große Quell- und Gewitterwolken aufbauten, beschlossen wir bei einem Bier, nicht über Salober (2.044 m) und Höferspitze (2.131 m) sondern "nur" über den Körbersee (mit kurzem Bad) zur Hütte zurückzulaufen. Dies erwies sich als kluge Entscheidung, denn als wir um 16:00 Uhr unsere Rucksäcke abstellten und unsere Schuhe von den Füßen streiften, brachen Regen und Gewitter los. Das hätte uns auf dem Höfergrat und in den stählernen Lawinenverbauungen böse erwischt. Rasch geduscht, Kaffee gekocht und mit einer Brotzeit diese super Tour abgeschlossen. Nach dem Abschied von unseren Gastgebern, mit einigen lustigen Geschichten, fuhren wir zufrieden und müde, sicher nach Hause. Mein herzlicher Dank und größter Respekt allen Teilnehmern für diese super Runde, vorallem für die tolle Stimmung mit vielen lustigen Sprüchen. Wir werden gemeinsam weitere "weglose Grasberge" besteigen!

Gerd Meier-Gesell Kletterreferent
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