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Bericht
Watzmannüberschreitung vom 18.08. bis 20.08.2009



Zur Einlösung eines Geburtstagsgeschenkes machten sich 7 Sektionsmitglieder bei idealen Wetterbedingungen auf den Weg an den Königssee. Auf der Hinreise mußten wir zwar den Auspuff unseres Fahrzeuges schweißen lassen, aber ansonsten verlief diese problemlos. Nach einer schönen Überfahrt über den Königssee, natürlich mit Echo an der Brentenwand, erreichten wir St. Bartholomä (604 m), wo wir stilecht am Watzmann-Ostwand-Lager (Ausgangspunkt für die 2.000 hm Kletterroute durch die Ostwand) unsere erste Brotzeit einlegten. Über den Rinkendlsteig, Kühnrointalm und Falzsteig ging es die 1400 hm + 12,5 km hinauf auf das Watzmannhaus (1.930 m). Gigantische Ausblicke auf Watzmann, hohen Göll, Hochkalter, den Königssee und das Steinerne Meer machten den Weg zum echten Erlebnis. Im propevollen Watzmannhaus übernachteten wir. Nach einer kurzen Nacht ging es um 7.00 Uhr hinauf zum Hocheck, den ersten Watzmanngipfel (2.651 m), den wir nach 2 1/2 Stunden erreichten. Erste Tiefblicke und der Grat zur Mittelspitze (2.713 m) lagen vor uns. Nach ständigem auf und ab und auch ganz beträchtlicher Kletterei erreichten wir diese nach einer weiteren Stunde. Nun lag sie unter uns, die Ostwand, die wir tags zuvor noch hinaufgesehen hatten. Die nächsten drei Stunden (sehr viele Gruppen) ging es nun am Grat weiter hinüber zur Südspitze (2.712 m). Der schmale Grat, die Ausgesetztheit und auch Kletterei bis zum II. Grad forderten ein Höchstmaß an Konzentration. Nach ausgiebiger Gipfelrast und einem fantastischen Weitblick in die umliegende Bergwelt ging es an den gnadenlosen Abstieg zur Wimbachgrieshütte (1.327 m). Fast 700 hm abklettern durch Fels und Geröll, 200 hm durch Schotterbruch und anschließend nochmals 500 hm durch steile, trockene aber sehr rutschige Bachläufe machen den Abstieg zum echten Härtetest für Körper und Geist, ehe man die Schotterwüste des Wimbachgrieses erreicht. Nach 12 Stunden und 15 km hatten wir unser Tagesziel erreicht. In der vollen Wimbachgrieshütte übernachteten wir und entschlossen uns am nächsten Tag durch die gigantische Felskulisse des Wimbachtals nach Ramsau zurückzulaufen und anschließend mit dem Bus über Berchtesgaden zum Königssee zurückzukehren (750 hm + 12,5 km). Nach einer staugeplagten Rückreise und einem super lustigem Abendessen erreichten wir müde, glücklich und verletzungsfrei die Heimat. Eine tolle Tour, die aber unbedingt Kondition, Trittsicherheit, Klettergewandtheit und Schwindelfreiheit erfordert.

Gerd Meier-Gesell Kletterwart
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